Es gibt Ausgaben bei FIELD NOTES die funktionieren über Themen, über Geschichten oder mit tollen Illustrationen. Und dann gibt es Unexposed! Wir schreiben das Jahr 2014, die Herbstausgabe FNC-24. FIELD NOTES verzichtete bei dieser Edition komplett auf eine Vorschau, Teaser oder Produktbilder. Stattdessen kamen die 3er Packs in undurchsichtigen schwarzen Umschlägen. Man wusste beim Kauf schlicht nicht, was man bekommt. Überraschung in kleinen schwarzen Schachteln. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Neon-Varianten, von denen immer nur drei zufällig ausgewählt in einem Pack landeten. Welche das waren, erfährt man erst beim Öffnen. Oder eben auch nicht. In meinem geöffneten Unexposed-Pack steckten:
Gelb/Lila – Lila/Grün – Orange/Blau
Eine ziemlich laute Kombination, die so gar nichts von Zurückhaltung hat. Diese Hefte wollen nicht „schön“ oder neutral sein, sondern einfach auffallen. Neonfarben, starke Kontraste, Soft-Touch-Cover – ein bisschen überdreht, ein bisschen unbequem, aber extrem farbintensiv. Innen ein klassisches FIELD NOTES: das Kreuzraster, dieses feine Plus-Raster, das irgendwo zwischen Linie und Punkt liegt. Funktional, aber nicht langweilig. Genau richtig für Notizen, Skizzen oder alles, was keinen festen Rahmen braucht.
Zusätzlich zu dem bereits geöffneten Pack liegt hier noch ein zweites Unexposed in meine Aufbewahrungsbox, ungeöffnet, immer noch im schwarzen Umschlag. Ich habe keine Ahnung, welche drei Farben drin sind – und genau so soll es bleiben. Vielleicht mache ich es irgendwann auf. Vielleicht auch nicht. Sicher ist nur: nicht in naher Zukunft. Dieses ungeöffnete Pack ist für mich ein Teil der Idee von Unexposed. Nicht alles muss sofort benutzt, sortiert oder komplettiert werden. Manchmal reicht es, zu wissen, dass da noch etwas Unbekanntes existiert.
Unexposed ist keine perfekte FIELD NOTES Edition. Die Farben sind teilweise echt grenzwertig, nicht jede Kombination ist gut lesbar, und das Zufallsprinzip war für viele Sammler eher frustrierend. Aber genau deshalb ist sie spannend. Diese Ausgabe steht für einen Moment, in dem FIELD NOTES einfach ausprobiert hat, was passiert, wenn man Kontrolle abgibt – und den Überraschungseffekt wieder ernst nimmt. Für mich ist Unexposed deshalb weniger ein Produkt als ein kleines Design-Statement aus dem Archiv. Laut, eigenwillig und bis heute irgendwie besonders.